Kurzfilmfestival Köln / KFFK N°10 2016

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eine Kooperation von Cinepänz und dem Kurzfilmfestival Köln.
Anmeldung unter info@jfc.info

Wenn die Bilder laufen lernen – Daumenkino einmal anders Schallplattenanimation – Experimente mit dem Zoetrop

Im Frühjahr dieses Jahres landete eine deutsche Fernsehsendung einen Coup, als sie vorgab, eine beleidigende Geste, die der griechischen Ex-Finanzministers Varoufakis angeblich in einer Rede den Deutschen gegenüber gemacht haben soll, und die bereits für Furore im Studio des ARD-Moderators Jauch sorgte, in einem Postproduktionsprozess montiert zu haben. Dazu gewährten die Macher einen Einblick in die Vorbereitungen und Ausführungen im Studio. Wahrheit oder Satire? Auf diese Frage wusste - allen voran die diskutierfreudige, virale Community - niemand eine handfeste Antwort zu wissen. Was offensichtlich der Absicht der Produzenten entsprach: Die Aufforderung, nicht alles zu glauben, was man sieht. Auch nicht denen, die uns das sagen! Besonders in der Pädagogik hätte dieser Anschlag auf unsere vertrauten Wahrnehmungsmuster ein Signal für einen Neuanfang in Sachen Medienbildung sein können; ist diese doch immer noch gleichsam ein mitternächtliches Nischenprogramm, von dem man weiß, dass es Relevanz hat, und doch niemanden verschrecken soll. Wahrlich bringt es nicht viel, einem Grundschulkind etwas von kritischer Quellendistanz zu erzählen. Doch reicht es oft nicht schon aus, zu wissen, dass das visuell Wahrgenommene einer bewussten Inszenierung entspringt, die beliebig manipuliert werden kann, und das auch von dem Kind selbst? Wie soll man etwas verstehen und hinterfragen, wenn man die Mechanismen dahinter nicht erkennt? Und wie soll man die Wirkung der bewegten Bilder auf andere Menschen verstehen, wenn man sie selbst nicht so sehr bewundert, wie sie? Wie wir? Daher möchten wir neben unserem Kinderprogramm, in dem wir das Facettenreichtum des (kurzen) Filmes abbilden, den Kindern auch selbst die Möglichkeit geben, sich als FilmemacherInnen einzubringen. Vielleicht können wir so ein Stückchen dazu beitragen, dass diese Kinder die medienbewussten Fernseh-Moderatoren von morgen werden.

Seyda Kurt

Samstag, 21.11. und Sonntag, 22.11.2015, 11 – 16 Uhr
im Animationsstudio der Kunsthochschule für Medien, Am Filzengraben 18 – 24, 50676 Köln. Telefon: +49 (0) 221 / 67 77 41 16
Anmeldung unter info@jfc.info

Dabei sein, wenn Bilder laufen lernen. Erlebt, wie die Illusion von Bewegung entsteht!
In dem Workshop macht ihr einen eigenen Trickfilm: An zwei Tagen wird gebastelt und gemalt, werden Geschichten erfunden und visuell erzählt. Ihr baut Eure eigenen Zeichentrickfiguren und dreht damit einen richtigen Animationsfilm.
Bei einem Spaziergang durch die Stadt mit der Kamera im Gepäck wird alles Nötige getan, den gemalten Bildern Leben einzuhauchen! Wie genau das geht, zeigen Pauline Flory und Parisa Karimi. Also ab nach draußen mit den Bildern! An die Rheinpromenade oder in die Altstadt, wer weiß, was unsere Bilder dort anstellen werden! Durch Selbermachen gewinnt ihr einen Einblick in die Filmproduktion und arbeitet in einem echten Trickfilmstudio an der Kunsthochschule für Medien (KHM): Ihr lernt die Schnittstelle zwischen Handwerk und digitalem Medium kennen. Also macht mit! Montage und Vertonung (Geräusche/ Musik) runden den Workshop ab, so dass am Ende des Wochenendes ein kleiner vollständiger Trickfilm präsentiert werden kann. Diese filmische Reise der Bilder wird dann, wie schon im letzten Jahr, auf dem Kurzfilmfestival Köln gezeigt. Im Kino vor ganz viel Publikum! Flory und Karimi haben mit Schwerpunkt Animation an der KHM studiert und leiten regelmäßig Workshops für Animation.

Für Getränke und Verpflegung ist gesorgt. Kostenbeitrag: 20 Euro

Sonntag, 22.11., 10.30 – 13.30 Uhr
Bürgerhaus Kalk, Kalk-Mülheimer Str. 58, 51103 Köln. Telefon: +49 (0) 221 98 76 02 - 0
Anmeldung unter info@jfc.info

Alle Teilnehmer bekommen eine Schallplatte, und können auf ihr mit einer Schablone gleichmäßig große Abteilungen abgrenzen. Auf diesen Abteilungen werden nun Ablaufsequenzen gemalt oder geformt (z.B. eine Kugel, die sich hoch und runter bewegt). Sobald ein Ablauf fertiggestellt ist, wird die Platte schrittweise in einer kompletten Drehung abgefilmt und am Rechner der so entstandene Film angeschaut. Zusätzlich wird ein Mini-Stroboskopraum aufgebaut. Hier können die SchülerInnen ihre Animation selbstständig und unmittelbar auf Funktionalität überprüfen. Und so wird das Grundprinzip des Filmes erfahren: Einzelne Bilder werden vom Auge bei einer bestimmten Geschwindigkeit des Stroboskoplichtes zu einem fließenden Film umgewandelt – diese Magie verzaubert.

Für Getränke und Verpflegung ist gesorgt. Kostenbeitrag: 10 Euro