Kurzfilmfestival Köln / KFFK N°10 2016

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Samstag, 21.11.2015, 19 Uhr, Filmforum NRW

HOME

Holly Herndon in Zusammenarbeit mit Metahaven
Niederlande 2014, Video, 6‘


Home ist so was wie ein Liebeslied und ein Break-Up Song gleichzeitig. Es geht um dieses unsichtbare Publikum im Internet, die Kritiker und die Agenten. Um die Technik zu der wir alle bisher eine so naive Beziehung hatten.

Noch vor einigen Jahren als technikbegeisterte Fürsprecherin einer innigen Beziehung zwischen Mensch und Computer unterwegs - ihre Arbeiten sollten den „angenommenen Dualismus zwischen Menschen und Computern aufheben“, schrieb sie einmal - wechselt Holly Herndon jetzt die Seiten: Home ist ihr neuer Song über die Trennung von einem sehr guten Freund - ihrem Computer. Diese muss schmerzhaft sein, denn ohne ihren Computer gäbe es Holly Herndon nicht. Home handelt von dem Verlust der Heimeligkeit in den vier Wänden, von der stetige Präsenz des Anderen im Raum, von der digitalen Totalüberwachung. Dafür hat sie ihre Internet-Surf-Gewohnheiten gesampelt und in einen Song gegossen. Das Video des Design-Research-Labs Metahaven zeigt Herndon als Objekt dieser Überwachung, über das sich ein Datenregen aus Codes, Graphiken und Daten ergießt.

Holly Herndon, geboren 1980 in Tennessee, USA, macht als Komponistin, Soundkünstlerin, Laptop-Pionierin und Akademikerin philosophisch elektronische Musik und tourt seit einigen Jahren auf renommierten Festivals durch die Welt. Ihr erstes Album Movement (2012) klingt technisch und organisch zugleich und bewegt sich irgendwo in der Grauzone zwischen Soundinstallation und Clubmusik. Ihre Mission damals: den Laptop endlich als klassisches Musikinstrument zu etablieren – eine Liebeserklärung an die Digital-Technik.

Das Designer-Duo Metahaven gilt als eines der angesehensten Designstudios der Welt, bekannt für seine politischen Arbeiten. Es besteht aus den beiden Niederländern Vinca Kruk und Daniel van der Velden, die in Amsterdam leben und arbeiten.